Unsere Datenspuren im Netz – Teil 1 Facebook

Technisch gesehen leben wir schon lange im Minority-Report-Szenario. Technisch gesehen! Denn der Spagat zwischen dem was heute schon möglich ist, und dem was tatsächlich umgesetzt wird ist noch verhältnismäßig groß, was nicht zuletzt mit dem Schutz unserer Privatsphäre zu tun hat, Gott sei dank!

Egal ob Google, Facebook, Apple, Spotify oder Amazon, sie alle Sammeln und analysieren Nutzerdaten. Die Daten dienen zum Einen der Verbesserung des Produktangebotes, auf der Anderen Seite helfen Sie Werbetreibenden aber ihre Angebote noch besser auszuliefern, um das Targeting zu verbessern.

In dieser „Serie“ möchte ich mit euch Links und Plattformen teilen die einen guten Eindruck vermitteln was die großen Plattformen alles so mitmessen, und was zu guter Letzt auch öffentlich zugänglich ist.

Im Teil 1 der Serie: Facebook!

In meinen Vorträgen zeige ich gerne eine Website, die Ubisoft für die Einführung des Spiels WatchDogs 2 entwickelt hat. Verbindet man die Seite mit seinem Facebook Account, werden die öffentlich zugänglichen Informationen in einer Art Cloud dargestellt. Verändert man ausgewählte Items, verändern sich andere direkt mit, da statistisch abgeleitete Annahmen getroffen werden. Gebe ich an ich bin verheiratet und rauche, verändert sich zum Beispiel meine Lebenserwartung.

predictive facebook yunodigital

Übertragen auf Zielgruppensegmente würde das bedeuten, das ich für bestimmte Produkte einfach nicht mehr relevant wäre und daher nicht in das gewünschte Targeting-Segment  fallen würde.

Werbetreibende konzentrieren sich, je nach Produkt und Message auf möglichst spitze Zielgruppen. Je nachdem welche Daten ich in meinem Profil hinterlegt habe (Alter, Geschlecht, Schule, Ausbildung etc) oder entsprechend meinem Verhalten (Was „like“ ich, auf welche Inhalte springe ich, wie interaktiv bin ich) das ich auf Facebook an den Tag lege, falle ich in bestimmte Raster. Welche das sind kann man in den Ad Preferences  erfahren. Wenn ihr eure Ad Preferences aufruft, erhaltet ihr eine Übersicht mit den Interessen, die Facebook euch aktuell nachsagt.

Hier könnt Ihr ein wenig Zeit damit verbringen die einzelnen Kategorien durchzusurfen, um euch von Themen zu befreien, zu denen Ihr keine Werbung mehr erhaltet möchtet.

Eine weitere spannende Möglichkeit um auch fremde Profile besser durchleuchten zu können, bietet Stalkscan. Die Plattform basiert auf der bereits 2013 eingeführten Suchfunktion Graph Search und ermöglicht es Nutzern gezielt in fremden Profilen zu suchen. Die Suche ist dabei nicht nur eine stumpfe Keywordsuche, sondern es handelt sich um eine semantische Suchmaschine die erstaunlich gute Resultate liefert und daher auch für einen Aufschrei unter der Datenschützer sorgte.

die Graph Search ist aufgrund der Gegenwehr nur noch über Umwege auffindbar, was einen belgischer Hacker dazu bewegt hat das Thema nochmal ein wenig präsenter zu machen.

Facebook sieht aber nochmehr, und mit „sehen“ meine ich tatsächlich Bilder. Während Facebook bei dem WatchDogs Case oder via Graph Search auf tatsächliche, determinisstische Daten zurückgreift, werden jetzt auch Bilder die Nutzer hochladen ausgelesen. Über Chrome Extensions wie Show Facebook Computer Vision Tags bekommt man in Chrome gezeigt was Facebook auf meinen Bildern sieht.

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In dem Bild sieht man ziemlich deutlich, was über eine fremd-programmierte Chrome Extension bereits zu sehen ist, da kann man sich nur denken was facebook noch alles sieht…

Links:

  1. Chrome Extension
  2. Ad Preferences
  3. Stalkscan
  4. Predictive World