Vine „bewegt“ tweets

Am 24. Januar diesen Jahres lancierte der Microblogging-Dienst Twitter seinen „Microvideo“-Ableger Vine. Ein neuer mobiler service in Form einer App mittels dessen sich 6-sekündige Videos in Endlosschleife aufnehmen lassen.

Die Bedienung von Vine ist unkompliziert, der Design-Approach von Vine ist gewollt minimalistisch, mit den gängigen „share“, „like“ und „Comment“ funktionalitäten , eine Art „Timeline“ hält User auf dem laufenden was in ihrem Netzwerk passiert, Videos werden vorgeschlagen – alles in allem gelernte Mechanismen die es dem User ermögliche direkt loszulegen!

Vine kommt an: Durchschnittlich 3,5 von möglichen 5 Punkten im iTunes Store führten u.A. dazu das iTunes die App als Empfehlung selbst pushte, was dazu führte das es Vine sowohl in den Staaten als auch in Deutschland in die obere Hälfte der Top 10 Apps geschafft hat. Mittlerweile liegt die App in den Staaten auf Rang 50 in Deutschland stürzte die App weiter ab und liegt aktuell kurz über Rang 300. (stand 14.Feb)

Vine sieht sich kurz nach dem Launch mit den denselben Argumenten konfrontiert, mit denen sich auch Twitter konfrontiert sah, nach dessen Einfühung. Niemand – vor allem Werbetreibende Unternehmen – hätte es damals für möglich gehalten das ein 140-Zeichen-post derartige Wellen schlagen kann wie es heute der Fall ist – auch das längst gelernte Zusammenspiel von Twitter mit anderen Medien ist längst kein innovatives Thema mehr.

Einige Marken zeigten sich als extrem experimentierfreudig und posteten erste Vines bereits am Tag nach dem Launch, andere ließen sich indes mehr Zeit und Twittern schöne, fast künstlerisch anmutenden Kurzfilme.

Die Kreativagentur Scholz und friends  etwa nutzt die innovative Art der Ansprache um digitale Talente für Ihre Agentur zu rekrutieren, dabei können sich interessierte ein möglichst aussagekräftiges Kurzvideo aufnehmen und mit dem Hashtag #scholzvine twittern.

Kurz nach dem Start des Microvideo-Dienstes kam der erste Dämpfer: US Sittenwächter Schlugen Alarm weil man nach kurzer Suche nach Schlagwörtern wie #sex mit zahlreichen Videos versorgt wurde. Hauptsächlich abgefilmte Pornos und Aufnahmen von Menschen die offensichtlich aus der „Branche“ kommen und hier Werbung für ihre kommenden Streifen machen. Genau diese Profile sind allerdings schnell markiert – entsprechende Inhalte können nur über einen Extra-Tap abgespielt werden:

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Man kann wohl kaum von einem „Pornoproblem“ sprechen denn wie wir alle wissen reicht ein Schlag mit der Flaschen Hand auf die Tastatur unseres Rechner und eine „Auf gut Glück“- Suche um Online entsprechende Inhalte zu finden…

Ein weiteres Tool buhlt nun um die Aufmerksamkeit der Usern – während Facebook mit der Instagram-Übernahme eine weitere Megaplattform sein eigen nennen kann, geriet Twitter unter zugzwang ein weiteres Produkt  ins Rennen zu schicken, und Vine scheint dieses Produkt zu sein. Nun steht der User vor der Entscheidung: Das Zeitkonto – alternativ die Timeline der User ist begrenzt, so konkurrieren Instagram und Vine um denselben Space – manch ein Portrait mit dem Instagram-Filter „Toaster“ wird demnach bald eine 6-sekündige Endlosschleife auf Vine werden….

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