Ist Facebook Home die erste SuperApp?

Statt der Entwicklung eines eigenen Gerätes setzt Facebook auf die Integration Facebooks´ in ein bestehendes System.

Was macht Facebook´s Home so besonders? Im Gegensatz zur herkömmlichen mobile App, die sich durch den User initiert öffnen und nutzen lässt, verändert Facebook´s Home das Betriebssystem der Android Gerät derart, dass Facebook nun in den „Look and Feel“ des Betriebssystems integriert ist. Facebook hat somit die erste „always on App“ geschaffen, eine Art Plugin also.

Ein auffälliges neues Feature ist der Cover Feed. Home und Lock Screen werden ersetzt, User haben nun die Möglichkeit durch Content aus ihrem Newsfeed zu swipen und direkt Inhalte zu Liken.
yunodigital_via_mashable

 Was bedeutet die Zusammenarbeit mit Android für Google?

Bisher ist keine iOS Version von Facebook´s Home angekündigt, Mark Zuckerberg nennt dem Wired Magazin in dem Zusammenhang verschiedene Herausforderungen

„We have a pretty good partnership with Apple, but they want to own the whole experience themselves. There aren’t a lot of bridges between us and Google, but we are aligned with their open philosophy…. Of course, a lot of people also love iPhones—I love mine, and I would like to be able to deliver Facebook Home there as well.“

Auf der Einen Seite kann die Integration von Facebook´s Home Treiber für den Absatz von Android Geräten sein – für Apple der einzig sinnvolle Trigger Eingriffe in Ihr Betriebssystem iOS zuzulassen. Für Google birgt die Integration zudem Vor- und Nachteile. Sollte die Einbindung der SuperApp positiven Einfluss auf den Absatz der Endgeräte haben, werden voraussichtlich die Dienste Google Suche und Google Maps davon profitieren. Dienste deren „Arbeit“ jetzt und in Zukunft von Home übernommen werden müssten in der Theorie einen wie auch immer gearteten Rückgang in der Nutzung erfahren – zu nennen sind Gmail und Google+

Können Nutzer nun die volle Google/Facebook Werbeklatsche erwarten?

Was theoretisch möglich ist würde Werbekunden ganz neue Möglichkeiten bieten. Auf basis von Location Daten des Telefons könnten Marken Angebote senden, direkt auf den Startscreen der User…weitere Daten aus eigenen Apps z.B. ließen sich spielend matchen

Allerdings ist das Werben auf mobilen Endgeräten nicht ohne weiteres möglich. Zum einen schränkt Google die Monetarisierung auf Apps ein, die über Google Play vertrieben werden. Zum Anderen – und diese Hürde ist bei weitem Größer – ist die Akzeptanz von Werbung auf dem persönlichsten aller devices eher gering.

Das aus dem Netz gelernte Prinzip –Werbung gegen einen Service, in dem Fall das Social Network zu nutzen, wird auf den Endgeräten, und in der Art und Weise wie es durch Facebook´s Home möglich wäre, nur schwer umsetzbar sein. So sicher wie das Amen in der Kirche ist allerdings, das Facebook die über das mobilgerät  gesammelten Profildaten gewinnbringend in die Aussteuerung der Web-Ads einbringen wird.

Vergangenen Donnerstag ging Facebook mit seiner ersten TV Kampagne zu Facebook Home on Air

Facebook´s Home ist eine längere Bebachtung wert. Setzt sich der Trend zu Always On Super Apps durch, werden mit sicherheit Dienste wie Twitter oder sogar Retailer wie Amazon folgen, und sowohl Apple als auch Google weiter in die Situation bringen umfangreiche Integrationen anzubieten und Kooperationen einzugehen.